Das Ourbecken



Die Our (siehe Abbildung unten) entspringt in der westlichen Hocheifel in der Nähe des Losheimer Grabens auf 640 Höhenmetern. Von dort aus schlängelt sie sich durch die Eifel und Ardennen von Norden nach Süden durch Belgien, Deutschland und Luxemburg. Mit einem Gefälle von durchschnittlich 5 â?° mündet sie auf einer Höhe von 170 Höhenmetern angekommen bei Wallendorf in die Sauer. Auf mehr als der Hälfte ihrer Länge bildet die Our den Grenzfluss zwischen Belgien und Deutschland bzw. dem GroÃ?herzogtum Luxemburg und Deutschland. Zwischen letzteren ist die Our Kondominium, d.h. gemeinschaftlich verwaltetes Staatsgebiet beider Länder.


image Ourbecken_img.jpg (47.5kB)

Das Einzugsgebiet der Our zählt zum groÃ?en Einzugsgebiet des Rheines. Insgesamt umfasst es eine Fläche von fast 670 km². Die Our selbst hat eine Länge von knapp 96 km. Hiervon 49km auf belgischem Gebiet. Von ihren Eigenschaften und ihrer Entstehung her gesehen, wird die Our als Mittelgebirgsbach bezeichnet. Diese entstehen aus dem Zusammenfluss mehrerer Quellbäche und haben relativ niedrige Wassertemperaturen im Sommer. Weitere Kennzeichen sind hohe Strömungsgeschwindigkeiten und ein ausgeprägtes Lückenraumsystem der Sohle, das man hyporheisches Interstitial nennt. Stellenweise wird die Our jedoch durch Wehre, vereinzelte Staustufen oder fehlende Beschattung durch Ufergehölze in ihrer Geschwindigkeit und Wassertemperatur so verändert, dass sie die Eigenschaften eines Flusses aufweist.


image Ourbecken_nebenfluesse_img.jpg (0.2MB)

GroÃ?e Ã?berschwemmungsschäden sind an der Our eher selten, was aber darauf zurückzuführen ist, dass das Ourtal im Vergleich zu anderen Flusstälern wenig besiedelt ist. Nichtsdestotrotz sind auch für die Our Risikogebiete ausgewiesen. Und auch bei besonderen Ereignissen, wie den Eisgängen bei lang anhaltendem Frost, kann es zu Hochwasserschäden an Gebäuden kommen. Besondere HochwasserschutzmaÃ?nahmen gibt es in Ouren und Schönberg.

In der Europäischen Union wurde 1992 beschlossen, ein Schutzgebietsnetz (Natura 2000) aufzubauen, welches dem Erhalt wildlebender Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume dient â?? das Natura 2000-Netz.
Das Natura 2000-Netz besteht aus den Gebieten der Fauna-Flora Habitatrichtlinie (FFH-Richtlinie, vom 21. Mai 1992, 92/43/EWG) und der Vogelschutzrichtlinie (vom 2. April 1979, 79/409/EWG). Die FFH-Gebiete werden auch als Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) bzw. Special Areas of Conservation (SAC) bezeichnet. Die Vogelschutzgebiete werden als besondere Schutzgebiete bzw. Special Protected Areas (SPA) bezeichnet. Sie werden nach EU-weit einheitlichen Standards ausgewählt und unter Schutz gestellt. Charakteristisch für das Ourbecken ist seine groÃ?e Anzahl an schützenswerten Biotopen und Tier- und Pflanzenarten.

image Ourbecken_schutzzonen_img.jpg (53.5kB)